2012: Keine Angst, Maya!

Keine Angst, Maya!

Wir leben in ‘gefühlt’ schlechten Zeiten. Fast alle Medien berichten von schlechten Aussichten für das nächste Jahr. Die nächste Finanzkrise – oder ist es noch die alte? – wird unser Land erschüttern. Der Euro wird vielleicht nicht überleben. Die Renten sind schon lange nicht mehr sicher. Weiß eigentlich noch jemand, welcher Politiker vor ein paar Jahren das Gegenteil behauptete? Der Maya-Kalender endet am 21.12.2012 und deshalb sagen einige, dass der Untergang der Welt vor der Tür steht.

Nun, es wird sich etwas ändern – das ist sicher. brand eins – übrigens eines der besten Wirtschaftsmagazine, das ich kenne – brachte schon 2003 das folgende Zitat auf der Titelseite:

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber soviel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll.

Veränderung ist etwas Gutes. Natürlich macht uns Veränderung auch Angst. Denn danach ist nichts mehr so, wie es vorher war. Wir verlieren etwas, das uns vertraut ist. Das Alte. Und das, was wir gewinnen, kennen wir noch nicht. Das Neue. Da ist ein Übergang zu meistern. Dieser Weg führt über eine Grenze – die schwindelerregende Grenze zwischen Alt und Neu, zwischen Gestern und Morgen. An dieser Stelle, an diesem Übergang, befindet sich das Jetzt, das Heute. Das kann sich anfühlen, wie ein Loch. Diese Stelle ist einerseits verschwindend schmal und andererseits unendlich ausgedehnt. Wir leben im Jetzt. Das Jetzt umgibt uns. Auch wenn wir beharrlich versuchen, den Blick entweder in die Zukunft oder die Vergangenheit zu richten.

In diesem Moment des Jetzt zu entspannen, braucht Vertrauen und braucht Übung. Manchen ist mehr Vertrauen in die Wiege gelegt als anderen. Manche haben Vorbilder gehabt, die Sicherheit und Geborgenheit ausgestrahlt und vermittelt haben. Dann mag es leichter fallen, sich dem Moment anzuvertrauen. Es ist in jedem Fall möglich, den Zugang zum gegenwärtigen Moment zu trainieren. Die Praxis der Achtsamkeit ist ein praktischer Weg dazu.

Die Veränderung ist gut, denn sie birgt in sich das Potential der Transformation. Etwas Altes stirbt, etwas Neues entsteht. Die Frage ist nicht, ob sich etwas verändert. Die Frage ist, ob wir den Prozess gestalten. Ob wir also Einfluss nehmen. Die anstehenden Veränderung sind groß. Die Finanzkrise beispielsweise ist vom Einzelnen kaum zu beeinflussen. Selbst die finanzstarken und privilegierten Staaten – Deutschland gehört dazu – können sich nicht mehr aus eigener Kraft aus der eigenen Verschuldung befreien. Das auszurechnen braucht keine höhere Mathematik.

Auf die Veränderung Einfluss zu nehmen, genauer gesagt: die Veränderung zu anzunehmen und zu gestalten, ist erst in zweiter Linie eine Sache des Handelns. In erster Linie ist Transformation eine Sache des Seins – des Bewusst-Seins. Den Übergang zu gestalten, von einer Stufe des Bewusstseins zu einer anderen zu gelangen – darum geht es bei der Transformation.

Eine Transformation steht an. Herzlich willkommen im Jahr 2012!


Über

Volker Kalmbacher
Praxis für körperorientierte
Psychotherapie & Coaching in Karlsruhe

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